Rückblick 2009:
«Wer trägt die Verantwortung für das Wasser?»
Am 18. und 19. September 2009 haben bereits zum dritten Mal die Wassertage Samedan stattgefunden. Sie standen dieses Jahr unter dem Thema „Verantwortung“. Gerade wir, als Bewohner einer der wasserreichsten Regionen der Welt, tragen eine besonders hohe Verantwortung für das Wasser. Mit unserem Verhalten bestimmen wir die Qualität und die Quantität des Wassers derjenigen, die unter uns liegen.
Am gut besuchten Wasser-Symposium vom Freitagnachmittag referierten Prof. Daniel L. Vischer, früherer Direktor der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich, in verständlichen Worten über das Element Wasser. Er verstand es, abstrakte Grössen in einfachen Worten zu veranschaulichen und alle Anwesenden für eine vermeintliche Selbstverständlichkeit zu sensibilisieren. Prof. Joel Gat, Professor am Weizmann-Institut in Rechowot, Israel, führte aus, wie Wasser in Israel ein äusserst knappes Gut und deshalb auch immer wieder Herd von Konflikten ist. Doch wenn es ums Wasser geht, finden die Parteien immer einen Weg, da es für alle überlebenswichtig ist. Der lebendige Vortrag von Prof. Dr. Rik Eggen, stellvertretender Direktor der Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag,) überzeugte die Anwesenden von einem zukünftigen Gesellschaftsproblem. Die Mikroverunreinigungen nehmen stetig zu; in den Kläranlagen werden jedoch nicht alle Schadstoffe herausgefiltert. An Innovationen dazu wird unaufhaltsam geforscht.
An der anschliessenden Arena regte allen voran die Aussage von Prof. Dr. Albert A. Stahel, Konfliktforscher an der Universität Zürich, zum Denken an, dass die Weitergabe von sauberem Wasser in Zukunft zu Konflikten führen wird. Es gelte, sich heute schon Strategien auszudenken, wie mit diesen Forderungen umzugehen sei. Dr. Jürg Kappeler, Inhaber der Firma Kappeler Umwelt Consulting führte aus, dass die schmelzenden Gletscher nicht direkt Grund zur Sorge sein sollen, es handle sich hier um ein Reservoir, das in unserem Fall nicht angezapft werden muss.
Am Freitag haben nicht weniger als 150 Schüler der Scoulina und Unterstufen von Zuoz bis Silvaplana den Wasserspielgarten im Garten der Chesa Planta besucht. Unter Anleitung von Betreuungspersonen konnten die Kinder selber experimentieren und einfaches und verblüffendes zum Thema Wasser erfahren. Ebenfalls grosser Beliebtheit bei den Schülern der Mittel- und Oberstufen erfreuten sich die Parcours zu den Themen Wasser und Abwasser mit Besichtigungsmöglichkeit der kommunalen Infrastruktur. Unter dem Motto „von der Quelle bis zum Vorfluter“ hatten die Besucher die Möglichkeit, Stationen des Trinkwassers vom Reservoir über das öffentliche Leitungsnetz bis zum Hausanschluss zu verfolgen. Beim Parcours Abwasser wurde unter anderem veranschaulicht, wie Abwasserleitungen ausgespült werden und wie das Wasser bei extremer Verschmutzung für die Abwasserreinigungsanlage vorgereinigt wird. Führungen durch die Turbinenanlage in Punt Muragl, die Abwasserreinigungsanlage Sax Bever-Samedan und das Mineralbad & Spa Samedan rundeten dieses Angebot ab.
Auf dem Platz vor der Chesa Planta wurde ein Klimapostenlauf präsentiert, der von Michael Kühni, Maturand an der Academia Engiadina, erarbeitet wurde. Mit eindrücklichen Experimenten hat er auf die Thematik des Klimawandels aufmerksam gemacht und jeden Besucher selber Hand anlegen lassen.
Anlässlich der Schweizer Kampagne zum internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung hat das Bundesamt für Umwelt eine Ausstellung zu den Themen sanitäre Grundversorgung, Mikroverunreinigung sowie Erhaltung der Infrastruktur produzieren lassen, welche vom 18. September bis am 2. Oktober in Samedan zu sehen war. Die Ausstellung befasste sich mit den Herausforderungen der Abwasserentsorgung, sprich Mikroverunreinigungen, und dem Werterhalt der Infrastruktur der Siedlungsentwässerung.
Wasser und Literatur gehören seit jeher zusammen. Die Darbietung der Fundaziun de Planta „Von Undinen und Nymphen“ begeisterte die Besucher und liess sie für eine Stunde in die Welt der Meeresgöttinnen, der Quellnymphen, der Fischprinzessinnen, der Schwanenjungfrauen und der Sirenen eintauchen. Das literarische Werk wurde von der Schauspielerin Verena Buss vorgetragen und von Riccarda Caflisch an der Flöte begleitet.
Auch dieses Jahr fand auf dem Festplatz wieder ein reger Austausch zwischen Fachleuten und Laien statt. Dabei wurden wir musikalisch begleitet vom Duo Rowan und Lucia Smith und kulinarisch verwöhnt vom Hotel Donatz in Samedan.
Allen Sponsoren und Gönnern, die mit ihrer finanziellen und ideellen Unterstützung die 3. Wassertage Samedan überhaupt möglich gemacht haben sowie allen Beteiligten sei hier ein herzliches Dankeschön für ihre wertvolle Mitarbeit und ihren grossartigen Einsatz ausgesprochen. Die Menschheit und die Natur danken uns für einen bewussten Umgang mit dem Element Wasser.
Alice Bisaz, Projektleiterin
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